27.04.14

16.10.12

Schöner Wiener Prater-Dschungel.


Die Natur hat Vollkommenheit,
um zu zeigen,
dass sie das Abbild GOTTes ist.
Und Mängel,
um zu zeigen,
dass sie nur das Abbild ist.
(Blaise Pascal)

27.06.12

Bethlehem
...auch für alle, die mit der "Kirche" nix am Hut haben!
 
Eine Geschichte zum Nachdenken !!!!
An diesem Morgen war Konrad, der Schuster, schon sehr früh aufgestanden, hatte seine Werkstatt aufgeräumt, den Ofen angezündet und den Tisch gedeckt. Heute wollte er nicht arbeiten. Heute erwartete er einen Gast. Den höchsten Gast, den ihr euch nur denken könnt. Er erwartete Gott selber. Denn in der vorigen Nacht hatte Gott ihn im Traum wissen lassen: Morgen werde ich zu dir kommen. Nun saß Konrad also in der warmen Stube am Tisch und wartete und sein Herz war voller Freude. Da hörte er draußen Schritte und schon klopfte es an der Tür. »Da ist er«, dachte Konrad, sprang auf und riß die Tür au£
Aber es war nur der Briefträger, der von der Kälte ganz rot und blau gefrorene Finger hatte und sehnsüchtig nach dem heißen Tee auf dem Ofen schielte. Konrad ließ ihn herein, bewirtete ihn mit einer Tasse Tee und ließ ihn sich aufwärmen. »Danke«, sagte der Briefträger, »das hat gut getan.« Und er stapfte wieder in die Kälte hinaus.
Sobald er das Haus verlassen hatte, räumte Konrad schnell die Tassen ab und stellte saubere auf den Tisch. Dann setzte er sich ans Fenster, um seinem Gast entgegenzusehen. Er würde sicher bald kommen.   Es wurde Mittag, aber von Gott war nichts zu sehen.
Plötzlich erblickte er einen kleinen Jungen und als er genauer hinsah, bemerkte er, daß dem Kleinen die Tränen über die Wangen liefen. Konrad rief ihn zu sich und erfuhr, daß er seine Mutter im Gedränge der Stadt verloren hatte und nun nicht mehr nach Hause finden konnte. Konrad legte einen Zettel auf den Tisch, auf den er schrieb: »Bitte, warte auf mich. Ich bin gleich zurück!« Er ließ seine Tür unverschlossen, nahm den Jungen an die Hand und brachte ihn nach Hause.
Aber der Weg war weiter gewesen, als er gedacht hatte, und so kam er erst heim, als es schon dunkelte. Er erschrak fast, als er sah, daß jemand in seinem Zimmer am Fenster stand. Aber dann tat sein Herz einen Sprung vor Freude. Nun war Gott doch zu ihm gekommen.
Im nächsten Augenblick erkannte er die Frau, die oben bei ihm im gleichen Haus wohnte. Sie sah müde und traurig aus. Und er erfuhr, daß sie drei Nächte lang nicht mehr geschlafen hatte, weil ihr kleiner Sohn Peter so krank war, daß sie sich keinen Rat mehr wußte. Er lag so still da und das Fieber stieg und er erkannte die Mutter nicht mehr. Die Frau tat Konrad Leid. Sie war ganz allein mit dem Jungen, seit ihr Mann verunglückt war. Und so ging er mit. Gemeinsam wickelten sie Peter in feuchte Tücher. Konrad saß am Bett des kranken Kindes, während die Frau ein wenig ruhte. Als er endlich wieder in seine Stube zurückkehrte, war es weit nach Mitternacht. Müde und über alle Maßen enttäuscht legte sich Konrad schlafen. Der Tag war vorüber. Gott war nicht gekommen.
Plötzlich hörte er eine Stimme. Es war Gottes Stimme. »Danke«, sagte die Stimme, »danke, daß ich mich bei dir aufwärmen durfte - danke, daß du mir den Weg nach Hause zeigtest   danke für deinen Trost und deine Hilfe   ich danke dir, Konrad, daß ich heute dein Gast sein durfte.«
Zum Abschluß einige heiter-besinnliche Zeilen von Wilhelm:
Man könnte sagen, daß die Kirche Gott in den Tabernakel gesperrt hat und ihn nur zeitweise heraus lässt. Damit hat sie sich quasi die Funktion eines Gefängnisdirektors usurpiert.
Glücklicherweise konnte sich Gott befreien und steckt in der Natur, der Umwelt, den Tieren und Menschen. Jedes Neugeborene ist ein Wunder Gottes.
Und wenn man  - wie bei uns üblich - mit „Grüß Gott !“ kommuniziert so bedeutet dies eigentlich: „Gott in mir grüßt Gott in dir !“
 

08.12.11

Mensch - Spiegel - Menschlichkeit ?


Ich werde etwas ändern, wenigstens dieses eine Mal in meinem Leben.
Und ich bin überzeugt, hinterher werde ich mich gut fühlen und wenn ich es richtig anstelle, dann werde ich auch etwas damit bewirken.
Als ich so durch die Straßen ging und den Kragen meines Wintermantels hochschlug, blies der Wind auf einmal meine Gedanken frei.
Ich sah die Straßenkinder, die nicht genug zu essen haben und fragte mich:
Wer bin ich eigentlich, dass ich davor die Augen verschließe und ihre Not nicht bemerke?
Der Sommer zieht unbeachtet vorbei,
hier ein abgebrochener Flaschenhals, dort eine einsame Seele.
Sie alle folgen einander dorthin, wo der Wind sie eben hinträgt,
weil sie sowieso nirgendwo hingehen können.
Und darum sollst du jetzt wissen:
Ich werde mit dem Mensch dort im Spiegel beginnen,
ihn darum bitten seine Ansichten zu ändern.
Denn eines ist mir jetzt klar geworden:
Wenn du die Welt zu einem besseren Ort machen willst,
dann fang zuerst einmal bei dir selbst an, etwas zu verändern.
Ich war ein Opfer meiner Selbstverliebtheit.
Es wird höchste Zeit zu erkennen, dass da einige sind, die weder ein Zuhause, noch einen Cent in der Tasche haben.
Kann denn das wirklich ich sein, der sich hier einredet, diese Menschen wären nicht einsam?
Tiefe Narben, hier ein gebrochenes Herz, dort ein geplatzter Traum,
sie alle folgen dem Wind, weil sie sowieso nirgendwo bleiben können.
Deswegen fange ich jetzt bei mir an:
Ich werde mit dem Mensch im Spiegel beginnen und
ihn darum bitten, seine Ansichten zu ändern.
Denn eines steht fest:
Wenn du die Welt zu einem besseren Ort machen willst,
dann fang zuerst einmal bei dir selbst an, etwas zu verändern.
Du kannst vielleicht dein Herz verschließen, nicht aber deinen Verstand.
Und darum werde ich diesen Mann dort auffordern, sich zu ändern, und zwar hier und jetzt.

26.11.11

Advent



Sei wieder Mensch und wieder Kind und spür,
wie Kinder glücklich sind.
Dann bist von aller Hast getrennt,
auf dem Weg hin zum Advent.

Johannes Paul II

video

01.06.11

Von der Liebe


Wenn die Liebe dir winkt, folge ihr,
sind ihre Wege auch schwer und steil.
Und wenn ihre Flügel dich umhüllen, gib dich ihr hin,
auch wenn das unterm Gefieder versteckte Schwert dich verwunden kann.

Und wenn sie zu dir spricht, glaube an sie,
auch wenn ihre Stimme deine Träume zerschmettern kann
wie der Nordwind den Garten verwüstet.

Denn so, wie die Liebe dich krönt, kreuzigt sie dich.
So wie sie dich wachsen lässt, beschneidet sie dich.
So wie sie emporsteigt zu deinen Höhen
und die zartesten Zweige liebkost,
die in der Sonne zittern,
steigt sie hinab zu deinen Wurzeln
und erschüttert sie in ihrer Erdgebundenheit.

Wie Korngarben sammelt sie dich um sich.
Sie drischt dich, um dich nackt zu machen.
Sie siebt dich, um dich von deiner Spreu zu befreien.
Sie mahlt dich, bis du weiß bist.
Sie knetet dich, bis du geschmeidig bist;
und dann weiht sie dich in ihrem heiligen Feuer,
damit du heiliges Brot wirst für Gottes heiliges Mahl.

All dies wird die Liebe mit dir machen,
damit du die Geheimnisse deines Herzens kennenlernst
und in diesem Wissen ein Teil vom Herzen des Lebens wirst.

Aber wenn du in deiner Angst nur die Ruhe
und die Lust der Liebe suchst,
dann ist es besser für dich,
deine Nacktheit zu bedecken
und vom Dreschboden der Liebe zu gehen,
in die Welt ohne Jahreszeiten,
wo du lachen wirst, aber nicht dein ganzes Lachen,
und weinen, aber nicht all deine Tränen.

Liebe gibt nichts als sich selbst
und nimmt nichts als von sich selbst.

Liebe besitzt nicht, noch lässt sie sich besitzen;
denn die Liebe genügt der Liebe.

Wenn du liebst sollst du nicht sagen:
"GOTT ist in meinem Herzen",
sondern:
"Ich bin in GOTTes Herzen."

Und glaube nicht,
du kannst den Lauf der Liebe lenken,
denn die Liebe, wenn sie dich für würdig hält,
lenkt deinen Lauf.

Liebe hat keinen anderen Wunsch, als sich zu erfüllen.

Aber wenn du liebst und Wünsche haben musst,
sollst du dir dies wünschen:

Zu schmelzen und wie ein plätschernder Bach zu sein,
der seine Melodie der Nacht singt.
Den Schmerz allzu vieler Zärtlichkeit zu kennen.
Vom eigenen Verstehen der Liebe verwundet zu sein;
und willig und freudig zu bluten.
Bei der Morgenröte mit beflügeltem Herzen zu erwachen
und für einen weiteren Tag des Liebens dankzusagen;
Zur Mittagszeit zu ruhen
und über die Verzückung der Liebe nachzusinnen;
Am Abend mit Dankbarkeit heimzukehren;
Und dann einzuschlafen
mit einem Gebet für den Geliebten im Herzen
und einem Lobgesang auf den Lippen.

(Khalil Gibran aus "der Prophet")

06.03.11

Danke, dass Du ein Teil meines Lebens bist.



Es gibt keine grössere Sehnsucht des Menschen,
als jemanden zu finden, der einem zuhört.

Menschen kommen in Dein Leben aus einem bestimmten Grund,
für eine Weile oder für die Lebenszeit.

Wenn Du weisst welches zutrifft,
wirst Du wissen,
was Du für diese Person tun sollst.

Wenn jemand aus einem bestimmten Grund in Deinem Leben ist,
dann meistens,
um Bedürfnisse die du geäussert hast abzudecken.

Sie sind gekommen, um Dir bei einem Problem beizustehen,
um Dir Führung und Unterstützung zu geben,
um Dir physisch, emotional oder spirituell zu helfen.

Sie scheinen ein Glücksfall zu sein und sie sind es auch.
Sie sind da, weil du sie jetzt brauchst.

Denn ohne dass Du etwas falsches gemacht hast,
oder auch zu einem ungelegenen Zeitpunkt,
wird diese Person etwas sagen oder tun
um die Beziehung zu beenden.

MANCHMAL STERBEN SIE.
Manchmal gehen sie fort.
Manchmal handeln sie so,
dass sie Dich zwingen Abstand zu nehmen.

Was wir uns klar machen müssen ist,
dass unser Bedürfnis befriedigt,
unser Begehren erfüllt, ihre Arbeit getan ist.

Deinem Gebet wurde entsprochen
und nun ist es Zeit weiter zu ziehen.

Einige Menschen kommen für eine Weile in Dein Leben,
weil für Dich die Zeit gekommen ist zu teilen,
zu wachsen oder zu lernen.

Sie bringen Dir die Erfahrung des Friedens,
oder sie bringen Dich zum lachen.

Es kann sein, dass sie Dir etwas beibringen,
was Du noch nie gemacht hast.

Meist geben sie Dir unglaubliches Ausmass an Freude.
Glaube es, es ist Wirklichkeit,
aber nur für eine Weile.

Lebenszeit-Beziehungen lehren Dich,Lebenszeit-Lektionen.
Dinge, die Du als solide emotionale Basis brauchst,
um darauf aufzubauen.

Deine Aufgabe ist es,
die Lektion anzunehmen,
die Person zu lieben und das was Du gelernt hast,
in allen anderen Beziehungen Deines Lebens anzuwenden.

Man sagt das Liebe blind ist.
Freundschaft ist aber hellsehend.

Danke, dass Du ein Teil meines Lebens bist,
egal ob aus einem bestimmten Grund,
für eine Weile oder für die Lebenszeit.

02.12.10

Liebe

Meinen Gefühlen möchte ich folgen,
einfach den Verstand verlieren.
Keine Zeit mehr vergeuden und alles riskieren.

Meine Träume wollen leben,
und ich sage niemals nie,
unmögliches nicht übersehen,
auf der Straße "fantasie".

Liebe, gib mir die Kraft,
zeig mir den Weg,
vielleicht steht am Ende das,
was mein Herz bewegt.

15.09.10

GOTT ???

Wenn die Sterne auf mich niederfallen,
Und die Sonne sich weigert zu scheinen.
Dann ist es möglich die Fesseln zu öffnen,
Und all' die alten Worte hören auf sich zu reimen.
Wenn der Himmel sich in Stein verwandelt,
Wird es nicht mehr von Bedeutung sein.
Für die es keinen Himmel am Horizont gibt,
Wartet die Hölle nicht auf unseren Untergang.

Lasst die Stimme der Vernunft erklingen,
Lasst die Frommen für alle Zeit verschwinden.
GOTTes Gesicht ist versteckt, unsichtbar.
Du kannst ihn nicht fragen was es alles bedeutet.
Er war nie auf deiner Seite.
Lasst falsch oder richtig allein entscheiden.
GOTT war nie auf deiner Seite.

Sieh die zehntausend Geistlichen,
Sieh die heiligen und rechtschaffenen Hu...
Sie behaupten zu heilen,
Aber alles was sie tun ist stehlen,
Dein Vertrauen missbrauchen, betrügen und rauben.
Wenn GOTT weise ist, wieso ist er still,
Wenn die falschen Propheten ihn ihren Freund nennen.
Warum ist er still, ist er blind,
Wird er am Ende nichts sehen ?

Lasst das Schwert der Vernunft walten,
Lasst uns frei von Gebeten und Schreinen sein.
GOTTes Gesicht ist versteckt, weggedreht.
Er hat nie etwas zu sagen.
Er war nie auf deiner Seite.
Lasst falsch oder richtig allein entscheiden.
GOTT war nie auf deiner Seite.
(nein, nein, nein)

Er war nie auf deiner Seite,
GOTT war nie auf deiner Seite.
Nie, Nie, Nie, Nie.
Nie auf deiner Seite.
Nie auf deiner Seite.
GOTT war nie auf deiner Seite.
Nie auf deiner Seite.

14.09.10

Liebe mich dann,

wenn ich es am wenigsten verdient habe,
denn dann brauche ich es am meisten.

22.03.10

Bruder TOD

Tod, dein Antlitz, sahen wir oft.
Mit dem Schatten der stählernen Vögel
huschte auch dein unheimlicher Schatten
über die Dächer der großen Stadt.

Doch war in den Schwirren der Todesvögel
nicht schon das Rauschen der Engelsschwingen zu hören,
die Christus, den König, begleiten,
wenn er kommt, sein Reich aufzurichten.
War nicht auf den Schlachtfäldern aller Völker der Herr,
um die Sterbenden aufzunehmen!

Tod, nicht du entscheidest mein Los.
Noch ehe du kommst,
ist schon alles entschieden.
Dem Glaubenden bist du ein Bruder und Freund.

Bruder Tod!
So will ich dich nimmer verfluchen und hassen.
Ich will vielmehr, wenn du kommst,
deine Hand ergreifen und küssen.
Sie küssend, küss' ich die Hand des Herrn.
Denn sie küssend, fallen die Schleier
und vor mir steht Christkönig, der Herr!

Bruder Tod!
Einen Hymnus will ich dir singen!
Ich will dich loben und preisen, dein wartend!
M a r a n a t h a !
Komm, H e r r J e s u s!

21.03.10

Bruder Tod

Ein vermessenes Gespräch (3)

Herr, verzeih das vermessene Wort !
Wenn du wirklich der Herr des Todes,
was schriest du auf im Garten bei Nacht ?
"Da fing er an, zu zittern und zu zagen und sprach zu ihnen:
Meine Seele ist zu Tode betrübt. Bleibet hier und wachet !"
Und er ging ein wenig vor und fiel auf die Erde und betete,
dass wenn es möglich ist, vorübergehe an ihm diese Stunde.
Und er sagte:
"Abba, Vater, alles ist dir möglich.
Nimm weg diesen Kelch von mir.
Aber nicht, was ich will, sondern was du!"

Herr, was jammerst du am Kreuze
wie der zertretene Mensch Job auf dem Dunghaufen der Leiden?
Oh Herr - verzeih' das vermessene Wort -
warum starbst du am Kreuze zertreten,
besiegt und zermalmt von der niedersausenden Faust des Todes.
Und zur neunten Stunde rief Jesus mit lauter Stimme:

Eloi, Eloi lama sabachthani? Das ist übersetzt:
Mein GOTT, mein GOTT, warum hast du mich denn verlassen?
Und einige der Umstehenden hörten es und sagten:
Sieh', den Elias ruft er !"
Und es lief einer und füllte einen Schwamm mit Essig,
steckte ihn an ein Rohr und gab ihm zu trinken und sagte:
Laßt es, wir wollen sehen, ob Elias kommt, ihn herabzunehmen!

Jesus aber schrie mit lauter Stimme und gab seinen Geist auf.

Herr, du bist besiegt wie jeder andere der Menschen,
nur dass dein Kelch noch bitterer war.
Du wurdest stumm, wie der Tod nur stumm ist.

So wird mein Sterben auch sein, obwohl du gekommen bist.
Die Angst wird den Schweiß aus der Stirne pressen,
die Sinne werden entschwinden und als Letztes
drückt vielleicht eine gütige Hand mir das Auge zu.
Und läutet das Zügenglöcklein,, so sagen die Leute im Dorf:
"Es ist wer gestorben!"
In der Stadt aber merkt man es kaum.
So hat sich denn nichts geändert durch deinen furchtbaren Tod?

Doch ja! Die Lebenden wollten's nicht merken,
die Toten aber wußten, was hier geschah.
"Da riß der Vorhang des Tempels von oben bis unten entzwei.
Die Erde erbebte, die Felsen zersprangen, die Gräber
öffneten sich und die Leiber der Heiligen standen auf."

Am dritten Tag erstandst du selber vom Tode,
bist den Kephas erschienen, dann den zwölfen,
hierauf den fünfhundert Brüdern auf einmal,
sodann dem Jakobus und den sämtlichen Aposteln
und erlaubtest dem Thomas,
dass er seine Hände in die Male der Nägel lege.
Du kamst bei verschlossenen Türen
und aßest mit ihnen das Brot, damit sie es merkten,
dass du lebest und der Tod keine Macht mehr habe über dich.

Noch immer wollten die zwölf Jünger es nicht begreifen,
die hinab nach Emaus gingen,
dass du den Kelch des Todes bis zur Neige hast trinken müssen.
Doch du geselltest dich ihnen bei und sie erkannten dich nicht.
Du klärtest sie auf:
Mußte nicht Christus leiden und so in seine Herrlichkeit eingehn!"
Doch als du das Brot ihnen reichtest,
da wurden ihre Augen aufgetan und sie erkannten dich.

Oh dieses göttliche Muß!
Ein Mensch wird es nimmer begreifen,
weil seine Maße zu klein, um göttliches auszumessen.
Die L i e b e erahnt es vielleicht.
Denn die Liebe trieb dich ja an,
ein Mensch zu werden so wie wir.
Und weil du nun Mensch warst,
gingst du den Weg des Menschen zu Ende,
so daß du vor keinem etwas voraus hast,
außer die unendliche Liebe, bis zum Tode uns gleich zu sein.

Herr, so hat sich durch deinen Tod
nach außen hin gar nicht geändert.
Die Menschen werden wie bisher hinab ins Totenreich steigen.
In der Grube ist ihre letzte Wohnstatt.
Doch im Innern ist alles gewandelt.
Das neue Leben, das nimmermehr stirbt,
hat in den Hoffenden schon begonnen, wie dein Apostel es kündet:

Ein Geheimnis verkünde ich euch !
Es wird die Posaune erschallen,
dann werden die Toten erstehen in Unverweslichkeit
und wir werden verwandelt werden.
Dies Verwesliche muß Unverweslichkeit anzieh'n
dies Sterbliche sich kleiden in Unsterblichkeit.

Gesät wird in Verweslichkeit,
auferweckt in Unverweslichkeit!
Gesät wird in Unansehnlichkeit,
auferweckt in Herrlichkeit!
Gesät wird in Schwachheit,
auferweckt in Kraft!
Gesät wird ein erdhafter Leib,
auferweckt ein geistiger Leib!

Wenn aber dies Verwesliche mit Unverweslichkeit,
dies Sterbliche mit Unsterblichkeit bekleidet ist,
dann findet das Wort der Schrift seine Erfüllung:

Der Tod ist verschlungen im Sieg !

T o d, wo ist dein Sieg ?
T o d, wo ist dein Stachel ?
D a n k sei G O T T,
der uns durch C h r i s t u s
den S i e g verlieh !

Herr, wenn deine Christen doch wüßten,
welch Umgestaltendes sich in ihnen ereignet,
wie würden sie stolzer und stärker stehen in dieser verwesenden,
todesverfallenen Welt.
Noch schlummert die Glut unter der Asche.
Doch einmal wird es sein - es ist in der Stunde des Sterbens -
da bricht es durch, da flammt es auf.
Das Alte vergeht in Asche.
Man legt es friedlich ins Grab.

Doch selbst aus den Gräbern der Christen dringt Licht.
Denn auch der Leib wird erstehen,
wenn Christus das All vollendet,
wie es dein Jünger Johannes geschaut:

"Dann sah ich einen neuen Himmel und eine neue Erde.
Der erste Himmel und die erste Erde sind dahin
und auch das Meer ist nicht mehr.
Darauf sah ich die Heilige Stadt, das neue Jerusalem
aus dem Himmel von GOTT herniedersteigen.
Schön wie eine Braut war sie,
die sich für den Bräutigam geschmückt hat.
Vom Throne her hörte ich eine laute Stimme sagen:
Siehe das Zelt GOTTes unter den Menschen !
Er wird bei ihnen wohnen.
Sie werden sein Volk sein und er, GOTT, wird bei ihnen sein!

Er wird jede Träne von ihren Augen wegwischen.
Kein Tod, keine Trauer, kein Schmerz,
keine Klage wird nimmermehr sein.
Denn was einst war, ist v e r g a n g e n."
Und der auf dem Throne saß, sprach:

"Siehe, ich mache alles neu !"

Quelle: Bruder Tod, ein vermessenes Gespräch, von DDr.Claus Schedl.

17.03.10

Bruder Tod

Ein vermessenes Gespräch. (2)

Tod, nichts kann uns halten, nichts kann uns tragen.
Kein Ding hat festen Stand.
Wesenlos sinken wir und stürzen unweigerlich
in deine auffangenden Arme, Tod ?
Oder sag' ich's vermessen heraus:
Auch du, Tod, deine Gestalt, ist ja nur ein Gespinst
des sich betrügenden Menschengeistes.
Am Ende ist doch das nüchterne Nichts.
Ist unser Sein nicht wie ein stillstehender Mittag des
heißen Südens. Man schließt die Tore.
Der Sklavin, die den Mühlstein gedreht,
ist in der Bewegung die Hand eingeschlafen.
Die Straßen der Stadt sind gestorben.
Über die Steppe schleppt sich die Heuschrecke.
Die Schlange platzt und wirft die Haut ab.
Das Seil am Schöpfrad des Lebensbrunnen reißt
und wir stürzen zur Tiefe, stürzen immerfort
und eiliger dem größeren Nichts entgegen.
Vergehendes, verinnendes Dasein!

. . . Eh' dem zerreißt das silberne Seil,
die goldene Schale springt,
der Krug an der Quelle zerscherbt,
in den Brunnen zertrümmert das Schöpfrad fällt
und der Staub zur Erde kehrt, so wie er war,
und der Odem zu GOTT kehrt, der ihn verlieh - - -

GOTT, nun fiel dein Name."Zu dir kehrt der Odem zurück!"
Wie konntest du uns so sinnlos schaffen,
oh GOTT! Verzeih' die vermessene Rede!
Aber ich will nicht ruhen und rasten,
bis Antwort mir werde.
Wie konntest du uns so sinnlos schaffen,
in die Nacht hinaus, ein Sein zum Tode,
eine matte Kerze, die im Sturme verlöscht,
ein Fraß den Würmer des Grabes!
Du Stümper GOTT, du kannst ja nicht sein!
Oder bist du auch nur ein Gespinst
des sich selbst betrügenden Menschengeistes,
ein verhüllender,
tröstlicher Name des Ni c h t s.

GOTT, soll ich nun stumm meinen Weg gehen,
erschlagen von deiner Größe?
Es ziemt ja dem Menschen nichts,
als in Asche und Staub zu verstummen vor dir.
Wenn du, ein großer GOTT, existierst,
der alles durchwaltet, erhält und erschafft,
dann weiß ich, das selbst der Tod nicht sinnlos ist vor dir.

Doch weil ich nun schon so vermessen bin,
so hör' noch dies neue vermessene Wort!

Warum erschufst du den Menschen zum T o d e?
Du kannst nicht der GOTT sein,
wie ihn die Christen verehren, ein GOTT der Liebe!
Du bist ein herzloser GOTT, der fühllos erwürgt und zertritt.
Ihr törichten Mütter, ihr glaubt,
ihr trüget das Leben im Schoß und traget den Tod.
Fürs Grab gebäret ihr all eure Kinder.
Oh gräßlicher Wahnsinn des Lebens!
Oh wahnsinniger GOTT, der solches erschuf!

Doch nein! nicht so!
Ich muß wieder zu deinem Buche greifen,
zu jenen ersten Seiten des Anfanges.
Die Quellen sind reiner, da sie der staubige Fuß
der Unzähligen noch nicht trübte.
Noch waren die Berge nicht und die Täler,
noch die Hügel und die Tiefen des Meeres.
Nur du warst da vor allem Anfang,
du allein, eines und alles!
Doch dann tratst du heraus aus dir, weil du gut warst,
und schufst einen Anfang und ein Ende,
einen Aufgang und einen Untergang.
Denn alles, was außer dir ist,
hat nun einen Morgen und einen Abend,
ein Geborgenwerden und Sterben.
Doch Qual war nicht in deiner Schöpfung.
Denn als du dein Werk vollendet,
da sahest du und es war s e h r g u t . . .

Gott! So hast du den Anfang gemacht. das große Beginnen
dieser Welt. Noch hat der Mensch nicht den Schritt getan,
jenen ersten, auf den die Mutter unfaßlich sich freut; noch
steht unberührt der Baum der Erkenntnis des Guten und
Bösen und der Baum des Lebens.

Alles, alles sollte des Menschen werden. Nicht das er stürbe,
erschufest du ihn, sondern das er Herrscher und König sei
deiner Schöpfung. Doch in deiner Vornehmheit, Oh GOTT,
wolltest du den Mensche nicht zwingen, deine Gaben auch
anzunehmen. Selbst in deinem Gutsein und Schenken bist
du unsagbar vornehm und läßt dem Menschen die Freiheit,
zu nehmen und abzuweisen. Oh dieses Freilassen GOTTes!
Wie schwer läßt die Mutter das Kind von sich gehen, weil
sie weiß, daß es jeden Tag ihr entwächst. Oh der Ehrfurcht
GOTTes vor dem Menschen und seines Vertauens auf ihn!

Darum schufst du den Menschen für die Entscheidung.
Für welche E n t s c h e i d u n g ?
Zwischen dir zu wählen und wem noch?
Hast du denn gar einen Gegner,
den man erwählen könnte und glücklich sein?
Du, der du alles bist?
Fällt der Mensch nicht in das N i c h t s,
wenn er dich nicht wählt?
Hinunter in wesenlosen T o d ?

Nicht Drohung ist es von dir, dass du den Tod als Wächter
zum Baum des Lebens stelltest: "An dem Tage du davon
ißest, bist du dem Tode verfallen!" - Es kann gar nicht
anders sein. Bei dir und deinem Willen ist Leben ohne Maß,
wider dich nur Tod.

Die ersten Menschen jedoch verstanden es nicht, wie
Kinder etwas nicht verstehen, wenn große Leute reden.
So gingen sie in den Tag und spielten im Garten der
Wonne und GOTT lustwandelte mit ihnen beim Hauche
des Windes am Mittag.

. . . Die Schlange jedoch war listiger als alle Tiere des Feldes
die GOTT der Herr gemacht hat . . .
. . . Denn Staub bist du und zum Staube kehrst du zurück!
{Hl. Schrift des Alten Bundes, Genesis 1.-3. Kapitel}

Tod, nun kenne ich dein Antlitz.
Oh weh' der zerbrochenenSchale!
Oh weh' des verlorenen Glücks!
Tod, du bist der Sünde verschwistert und dem Teufel!
Sünde, Tod und Teufel, du höllische Dreiheit.
Oh Gottlosigkeit des Menschen!

Tod, satanisch ist dein Antlitz!
Nicht Freund bist du den Menschen,
sondern ihr Neider und Hasser.
Nicht ruhst du, bist du alle mit deiner
knöchernen Faust in den Staub gedrückt.
"GOTT hat den Tod nicht gewollt,
sondern durch den Neid der Schlange
und der Sünde des Menschen kam er in die Welt."

Gott! ich beginne es zu erahnen
das sterbend es Licht werden kann.
Wir sind durch die Sünde von dir "weggestorben" Oh GOTT.
Könnt es nicht sein, dass wir,
GOTT, wieder zu dir heimsterben?

Quelle: Bruder Tod, ein vermessenes Gespräch.
Von DDr. Claus Schedl.

16.03.10

Bruder Tod

Ein vermessenes Gespräch. (1)

Tod, sein Antlitz sahen wir oft. Mit dem Schatten der
stählernen Vögel huschte auch dein unheimlicher Schatten
über die Dächer der großen Stadt. Er fraß sich durch bis
hinunter in die tiefsten Löcher der schützenden Erde. Dein
Siegesgeheul waren die stürzenden Häuser. Ein gräßliches
Grabmahl! Du fraßest an den Fronten das rote Blut der
Männer. Du saßest auf allen Stacheldrähten der eingezäunten
Lager. Du quältest in Folterkammern die wehrlosen Preis=
gegebenen. Selten nur war deine Hand mild und erlösend.

Tod, du allerwegen !
Tod, du immer da !
Tod, wer bist du ?

Es ist ja Vermessenheit, mit dir zu reden und dich zu fragen.
Doch halt inne, Tod ! Nur einwenig, bevor du auch mich
niedermähest wie das zahllose Gras der Wiese oder mich
fällst wie den Baum des Waldes.
Halt inne Tod und steh mirAntwort!

Einmal sprach einer Worte mit dir, so dass auch heute den
Menschen die Ohren noch gellen, wenn sie solch eine
Hiobskunde vernehmen. Du hast dem reichen Mann Job
aus dem Lande Hus alles genommen, Häuser und Herden,
Söhne und Töchter; hast seinen Leib mit Aussatz geschlagen.
Auf dem Dunghaufen war sein Platz. Doch er beugte sich
nicht vor dir. Er war kühn und vermessen, dir ins Antlitz
die Wahrheit zu sagen:

"Steht nicht in arger Fron der Mensch auf der Erde?
ist nicht sein Leben ein Taglöhnerlos?
Dem Sklaven gleich,
der nach Schatten lechzt,
dem Mietsknecht gleich,
der noch wartet des Lohnes?

So wurden zum Erbe mir Monde voll Weh;
Mein Teil waren Nächte und Mühsal.
Leg' ich zur Ruh' mich,
so denk' ich, wann darf ich wohl aufsteh'n?
Zieht dann die Nacht sich hin,
so wälz' ich mich ruhlos,
bis dämmert der Morgen.

Mein Leib ist gekleidet in Moder.
Einer lehmigen Kruste gleicht meine Haut . . .
Noch eine Weile: er löst sich auf. - -
Rascher als Weberschifflein
fliegen dahin meine Tage.
Ohn' Hoffen schwinden sie hin . . .

So will meinem Mund ich nicht wehren,
will sprechen in der Not meines Geistes,
will klagen in meiner Seele Bedrängnis !
Bin ich etwa das Meer oder ein Meerungeheuer,
dass du zum Wachsein mich zwingst? . . .
Ich schwinde dahin;
Ewig werd' ich nicht leben! -
Lass ab von mir!
meine Tage sind nur ein Hauch . . .

Was ist denn der Mensch,
dass du seiner so achtest
und auf ihn richtest dein Augenmerk?
Dass du ihn heimsuchst an jedem Morgen?
Dass du ihn prüfst jeden Augenblick?
Wie lange schon schaust du von mir nicht mehr weg?
Gönnst mir nicht Ruh',
nur den Speichel zu schlucken? . . .
Meine Tage sind hin . . .
Meine Pläne zerfetzt,
meines Herzens Wünsche . . .
Und machen sie die Nacht auch zum Tag,
ein mattes Licht in der Finsternis -
Die Unterwelt wird meine Wohnstatt doch!
Ins Dunkel breit ich mein Lager.
Zur Fäulnis sag ich: Mein Vater du!
Zum Moder: Meine Mutter, meine Schwesster!
Noch wo gibt's wirklich noch Hoffnung für mich?
Mein Glück, wer kann es noch sehen?
Zu des T o t e s r e i c h e s Toren steigen sie nieder . . .
Wenn vereint wir fahren zum Staube."

Tod ! Solltest du recht haben, dass wir Menschen nur sind deine
Taglöhner, deine Sklaven, auf die jeden Augenblick deine
schlagende Peitsche niedersaust? Bin ich wirklich ein Sklave-
Mensch, ein wehrlos Preisgegebener des Todes?

Wär es wirklich so Bestimmung für mich, dann würd' ich mich
fügen und die Stimme der Brust müßte schweigen. Doch nun
toben sie unablässig wider dich, grausiger Tod ! Es kann nicht
sein, dass ich dir verwandt bin, ein Sein zum Tode, mit dem Mal
des Nichts auf der Stirn! Wärst du ein Freund der Menschen,
dann wichen sie dir nicht aus. Doch sie können dir nimmer
entflieh'n. Überall findest du sie.

Von Jerusalem einer der weisesten Könige und Pediger zugleich,
der rechtete mit dir, Tod, und wollte dein Antlitz nimmermehr
sehn. er verbarg sich in Wissen und Weisheit. Doch in allen
Büchern traf ihn dein ernster, fragender Blick. So warf er die
Weisheit der Bücher denn weg und versucht es mit Liebe der
Frauen und Wein und Lust. Doch hinter Faschingsmasken
grinste dein hohler Mund.
Erschüttert rief er dann aus:
"Oh Eitelkeit der Eitelkeiten! Und alles ist Eitelkeit!"
Oh Tod, und überall Tod!
Hohl und leer und wesenlos sind alle Dinge der sterbenden Welt.


Quelle: Bruder Tod ein vermessenes Gespräch
von DDr. Cllaus Schedl

31.01.10

Der traurige Baum

Ein Gärtner pflanzte eines Tages mit seiner Frau einen Baum.
Der Baum fand es schön, in der Sonne zu stehen,
und er war glücklich,
auf der Welt zu sein und zu wachsen.
Als er auf die Idee kam,
sich mehr zur Seite hin zu entfalten,
weil von dort mehr Sonne auf seine Blätter kam.
Da konnte es der Gärtner nicht länger dulden,
in seinem Garten einen schiefen Baum zu haben.
Seine Frau gab ihm natürlich recht."Hol eine Schere,
denn wir wollen unseren Baum gerade schneiden".
Der Baum weinte.
Aber da sie sagten, dass sie ihn lieb hätten und es gut
mit ihm meinten, ergab er sich seinem Schicksal.
Der Gärtner fand,
er sei ein braver Baum.
Allmählich begann der Baum zu verstehen
lieb und gut war er nur,
wenn er tat, was der Gärtner wollte;
tat er hingegen, was ihm Freude machte,
dann war er ein böser Baum.
Jetzt wuchs er in die Höhe.
Aber auch das lag nicht im Sinne des Gärtners.
Er stutzte die Äste.
Darüber weinter der Baum die ganze Nacht.
Als er sich schließlich beruhigt hatte,
sagte er sich:
"Wenn nicht in die Höhe, dann eben in die Breite."
Der Gärtner erklärte alsbald:
"Das könnte dir so passen!"
Und seine Frau pflichtete ihm bei.
Der Baum weinte nicht mehr, er hatte keine Tränen mehr.
Er hörte auf zu wachsen;
denn das Leben machte ihm keine Freude mehr.

Nach vielen Jahren kam ein kleines Mädchen
mit seinem Vater an dem Baum vorbei,
der inzwischen erwachsen geworden war.
Das Mädchen, das den Baum mitfühlend ansah, fand,
daß er traurig war.
"Den hat bestimmt niemand richtig geliebt...
ich glaube,
der wollte mal ganz anders wachsen, durfte aber nicht.
Und deshalb ist er jetzt traurig."
Vielleicht - entgegnete der Vater ganz nachdenklich.
" Aber wer kann schon wachsen, wie er will ?
Weißt du, keiner darf so wachsen , wie er will,
weil sonst die anderen merken würden,
daß auch sie nicht so gewachsen sind,
wie sie es eigentlich einmal wollten."
Das Kind verstand nicht, was der Vater meinte.
Langsam gingen sie weiter.
Das kleine Mädchen konnte dieses Gespräch
und den traurigen Baum nicht vergessen.
Auch der Baum,
der den beiden zugehört hatte, dachte lange nach.
Er schaute den beiden hinterher.
Als er sie nicht mehr sehen konnte,
da begriff er,
und er begann, hemmungslos zu weinen.

29.01.10

Die hl.Katharina liebte die Natur,

sie verstand ihre süßen
Harmonien,
sie nahte sich ihr gern,
und das erklärt uns ihre
häufigen Reisen um Siena.
Eine himmlische Wanderin,
ging sie über die Erde hin
und betrachtete da die
Spuren GOTTes.
Während sie ihren Schülern,
die mit glänzenden Blumen
geschmückten Blumen zeigte,
sprach sie fröhlich zu ihnen:
Dies Alles ehrt GOTT
und erzählt von seiner Pracht.
Zwei Blumen herrschen in
unseren heiligen Liturgien,
die Lilie und die Rose;
wenn die Rose sich entblättert,
erschließt sich die Lilie,
und das immer und überall im Gange der Menschheit,
wie im Laufe einer Jahreszeit,
in der moralischen Welt wie in unsern Gärten.
Die großen Rosen der Basiliken blühen in der Sonne auf
und schimmern in den großen Schiffen;
und auf den Altären hält die hl. Jungfrau,
die mystische Rose, einen Lilienzweig in ihrer Hand. . .

( Emil Charvin von Malan)
(Katharina von Siena)
(1347 - 1380)

17.12.09

So wie mein Vater mich geliebt hat, so habe auch ich euch geliebt. Bleibt in meiner Liebe!

Joh.15,9

Meine Tochter, suche dir jene meiner Worte,
die am meisten Liebe atmen;
Schreibe sie auf,
behalte sie wie kostbare Reliquien und lies sie oft.
Wenn ein Freund im Herzen ,
seines Freundes die Lebhaftigkeit seiner ersten Liebe
neu erwecken will, dann spricht er zu ihm:
Erinnere dich daran, was du empfandest,
als du mir eines Tages jenes Wort sagtest,
oder auch:
weißt du noch deine Gefühle zu jener Zeit,
an jenem Tag, an jenem Ort ?
Glaube es denn:
Die kostbarsten Reliquien die von mir auf der Erde
blieben, sind die Worte meiner Liebe, die Worte,
die aus meinem sanften Herzen hervorgingen.


Dies sind Worte des Herrn an die Hl. Gertrud.

13.12.09

GOTT sieht Dich - so wie Du bist !



>>GOTT sieht dich, wer immer du auch seist,
so wie du bist, persönlich.
Er ruft dich bei deinem Namen (Jesaja 43,1).
Er sieht dich und versteht dich, wie er dich schuf.
Er weiß was in dir ist,
all dein eigenes besonderes Fühlen und Denken,
deine Anlagen und Wünsche, deine Stärke und deine Schwäche.
Er sieht dich an deinem Tag der Freude
und an deinem Tag der Trauer.
Er fühlt mit in deinen Hoffnungen und Prüfungen.
Er nimmt Anteil an all deinen Ängsten und Erinnerungen,
an allem Aufstieg und Abfall deines Geistes.
Er hat wahrhaft gezählt die Haare deines Hauptes
und die Maße deiner Gestalt.
Er umfängt dich rings und trägt dich in seinen Armen.
Er hebt dich auf und setzt dich nieder.
Er liest in deinen Zügen, ob sie lächeln oder Tränen tragen,
ob sie blühen in Gesundheit oder welken in Krankheit.
Er schaut zärtlich auf deine Hände und Füße.
Er horcht deiner Stimme, dem Klopfen deines Herzens,
selbst deinem Atem.
Du liebst dich nicht mehr, als Er dich liebt.
Du kannst nicht mehr zurückschrecken vor Leid,
als ihm leid ist, das du es trägst.
Und wenn Er es dir auflegt,
so ist es, als legtest du selbst es dir auf
wenn du weise bist,
zu größerem Heil>>

Quelle: Klassiker der Meditation: John Henry Newman

24.11.09

Weltjugendtagshymne 2008

10.11.09

Liebe besitzen, nur um sie geben zu können

Marie de la Trinité

...Man möchte die Welt hinbreiten,
vor dem anbetungswürdigen Willen GOTTes.
Bleiben wir in der Liebe,
wachsen wir in der Liebe immerdar,
damit sie sich in den Seelen immer mehr ausbreite,
damit sie immer völlig erwidert werde!
Das ist unser Ziel,
nicht wahr,
nur die Liebe zum Besitz gewinnen
und sie ganz besitzen,
aber sie besitzen nur um sie geben zu können...

Quelle: Consummata von Raoul Plus S.J.

08.11.09

Sonnenstrahlen

Licht des geöffneten Himmels.
Es war in einem Armenviertel in Turin.

Auf der Straße hockte ein Junge
und sammelte mit seinem Taschenspiegel
die Sonnenstrahlen.
Er leitete sie weiter zum Fenster einer alten Dachstube,
die sich auf der Schattenseite der Straße befand.
Man fragte den Jungen, warum er dies tue,
und er antwortete:
"Hinter diesem Fenster liegt mein kranker Bruder.
Ich schicke ihm ein wenig Licht
und mit ihm ein wenig Freude."

Dieser Junge von Turin ist nicht nur eine Licht -,
sondern auch eine Symbolgestalt
für jeden einzelnen Christen,
wie auch für die ganze Kirche.
Denn wie der einzelne Christ,
so hat auch die Kirche
das Licht des geöffneten Himmels zu sammeln,
um es denen zuzuleiten,
die auf der Schattenseite des Lebens sind.

Quelle: Rudolf Stertenbrink

07.11.09

Schweigen und Reden


Silvino Alves da Silva Neto

Ideen sind wie Wasser aus einer Quelle, deiner Seele.
Der Ablauf des Wassers,
das Bachbett sind deine Gespräche,
wer redet, ist wie ein Krug, der sich leert.
Wer schweigt, wie ein Krug der sich füllt.
Du solltest nicht überlaufen,
denn dieses Wasser wäre verschwendet.
doch gilt auch:
aus einem leeren Krug kannst du nicht trinken.
So kommt das Gleichgewicht zwischen Schweigen und Reden.
Denn da liegt die Weisheit.
Müsstest du dich aber für eines von beiden entscheiden,
so wähle das Schweigen.

06.11.09

Einswerden mit GOTT

"Lobhostie" Marie de la Trinitè

...Mir ist als hätte mich der göttliche Priester
zur Lobhostie geweiht,
als hätte er mir die Seele umgewandelt
in die Seele Jesu Christi,
so wie er die heilige Hostie in der Messe umwandelt.
Seitdem verliere ich mich
in die geheimen Bewegungen der Seele des Heilandes,
in denen er sich mit seinem Opfer identifiziert.

Die Hostie ist hier auf Erden
Das eigentliche Heiligtum
Der anbetungswürdigen Dreieinigkeit...

Da bin ich nun auch ganz vernichtet,
ganz tot, entselbstet;
ich bin seine kleine Lobhostie;
ich verharre im Anschauen dessen,
der für mein Empfinden allein noch da ist,
er ist der heiligsten Dreifaltigkeit
ein vollkommenes Opfer.
Maria-Antoinette ist verschwunden,
wie die Weizenkörner
in der konzentrierten Hostie
einfach nicht mehr da sind;

ich glaube zu merken,
daß die heiligste Dreifaltigkeit
auf meine Armseligkeit
nicht mehr achtet,
so wenig wie sie in dem ,
was auf dem Altar liegt,
noch Brot sieht; ich meine,
sie muß ihr Wohlgefallen haben an dem,
der mich ganz in sich aufgehoben hat;
sie sieht nur mehr ihn.

Ich schaue auch nicht mehr
auf das unreine Nichts, das ich bin;
ich will alles vergessen
und mich nur mehr in GOTT verlieren.

In diesem Beruf, Lobhostie zu sein,
finde ich etwas, was alle Bedürfnisse meiner Seele erfüllt.
Meiner selbst ganz entäußert,
vernichtet, verloren in der Einheit,
ist mir, als besäße ich alle Verdienste
meines angebetenen Christus.
Als könnte ich sie GOTT darbieten
zu seiner Ehre,
als könnte ich sie wie eine Saat
ausstreuen über die Menschen
zu ihrer Erlösung und Heiligung.

Wie gut ist GOTT,
daß er mich so überschüttet!
Ich fürchte, ich ermüde Sie ehrwürdige Mutter,
mit meinem ununterbrochenen Danksingen;
aber sehen Sie,

Danken ist das Amen der Seele

ich kann gar nicht anders
als ihn zum Sterben lieben,
unsern dreimal heiligen großen GOTT
ich muß sein Erbarmen preißen
in einem fortwährenden Sanktus,
in einem ewigen Alleluja...

Quelle: "Consummata"

29.10.09

Brand der Liebe.

Marie Antoinette de Geuser
Marie de la Trinitè
Consummata

Ich glaube die Kirche ist für den lieben GOTT
wie ein großer Wald.
Die Menschen, die etwas wert sind,
die zu etwas taugen
und etwas verdienen können,
die läßt er zu seinem Ruhmesbau verwenden.
Es gibt aber auch kleine Leute,
die gar nichts wert sind
und zu gar nichts zu gebrauchen sind;
um die auch noch zu irgend etwas zu verwenden,
verbrennt GOTT sie im Feuer seiner Liebe;
es ist ihre Bestimmung,
daß sie ganz und gar aufgezehrt werden,
damit andere auch warm werden
und auch vom Feuer seiner Liebe ergriffen werden.
Der liebe GOTT bedient sich ihrer dazu,
den großen Brand der Liebe,
der die ganze Welt verzehren soll, auszubreiten.

Quelle: Consummata - Raoul Plus S.J.

28.10.09

Das *Suscipe* des Hl.Ignatius

Adrienne von Speyr (1902 - 1967)

Nimm Dir, Herr, und übernimm.
Nimm mein ganzes Leben,
nimm es, ich bitte Dich,
gerade so wie es jetzt ist,
mit allem, was es ausmacht,
mit meinen Kräften,
meinen Wünschen und Anstrengungen,
mit allem aber auch,
was in mir noch wegstrebt von Dir,
was ich für mich selber auf die Seite gelegt habe;
nimm das alles auch,
mit dem übrigen zusammen,
das ich Dir anbiete.
Nimm alles, damit alles Dein sei.

Quelle: Hans Urs von Balthasar. Erster Blick auf Adrienne von Speyr.

27.10.09

Katharina über die Ehre, GOTT zu dienen

Katharina von Siena (1347-1380)

Die Ehre, GOTT zu dienen,
sagte Katharina,
gehört GOTT als eine
wohlriechende Blume,
und uns bleibt die Frucht der Heilsamkeit.
GOTT hat uns geliebt,
ohne geliebt zu werden,
und wir lieben Ihn,
weil er uns liebt;
Er liebt uns aus Gnaden,
und wir lieben Ihn aus Pflicht:
lieben wir Ihn also auch freigebig,
und lieben und bedienen wir,
um Ihm unsere Liebe zu bezeugen,
alle seine Geschöpfe.

Quelle: Geschichte d.hl.K.v.S. Emil Chabin von Malan 1847

Marie de la Trinitè

Marie Antoinette de Goiser (1889 - 1918)

Ich will Ihnen sagen,
was ich in meinem Namen
Marie de la Trinitè
verborgen sehe.
Ich sehe darin,
daß das, worum der Heiland
für seine Auserwählten gebetet hat,
in mir Erfüllung finden soll:

"Vater, darum bitte ich Dich,
daß sie vollkommen eins seien."

Ich sehe darin ein Ideal,
dem die makellose Reinheit Mariä
und die Schönheit des Dreieinigen
selber die Prägung geben.
Dieses Ideal besteht darin,
daß ich verschwinde
und nur mehr Maria
und die heilige Dreifaltigkeit
in mir vorhanden sind.

Quelle: "Consummata" Raoul Plus S.J. 1928

Basilika von Ars sur Formans


Ars 2009 Pfarrer von Ars (1818 - 1859)
Jean Marie Baptist Vianney (1786 - 1859)

O mein GOTT,
Wenn meine Zunge nicht in jedem Augenblick sagen kann,
Dass ich DICH liebe,
Dann will ich,
Dass mein Herz es DIR wiederholt,
Sooft ich nur atme.

Quelle: Bildchen, gekauft in Ars sur Formans, am 4.8.2009